Konzept

Aus den grundsätzlichen Aussagen des Caritasverbandes e.V. Pforzheim über sein Selbstverständnis und seine Ziele ergibt sich neben den staatlichen Vorgaben für Schulen, denen auch wir als staatlich anerkannte Ersatzschule unterliegen, der Auftrag an unsere Schule. Auf der Grundlage

  • der unbedingten Achtung des Anderen
  • der Anerkennung seiner Autonomie ohne Wertung
  • dem Eintreten für das Recht auf Bildung für alle Menschen

versuchen wir den an uns gestellten Bildungs- und Erziehungsauftrag zu realisieren. Richtschnur ist dabei das vom Kollegium erarbeitete Leitbild der Schule.

Einblick

Die Anna-Bertha-Königsegg-Schule ist eine Ganztageseinrichtung für Kinder mit sehr unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen, Beeinträchtigungen und Behinderungen. Sie stellt ein vielfältiges Bildungs-, Therapie-, Erziehungs- und Beratungsangebot bereit. Eingebunden in die Trägerschaft des Caritasverbandes e.V. Pforzheim, basiert unsere Arbeit auf Grundlagen christlicher Wertvorstellungen und Haltungen. Unabhängig von Herkunft, Religion und Status sehen wir jeden Menschen als einzigartig an und begegnen ihm mit Achtung.

Dies bildet die Basis für vielfältige Arbeits- bzw. Umgangsweisen in Unterricht, Erziehung, Förderung, Therapie und Beratung, um jedem Schüler beziehungsweise jedem Ratsuchenden in seiner Gesamtpersönlichkeit gerecht zu werden. In enger Zusammenarbeit mit Eltern/Erziehungsberechtigten sowie anderen fachlichen Disziplinen leistet die Schule einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung und zur sozialen Integration.

Wir sind eine Angebotsschule mit gleichrangigen Schwerpunkten:

  • Förderpflege als Sicherung von Grundbedürfnissen
  • Therapeutische Maßnahmen (Physio-/Ergo- und Sprachtherapie) um die individuelle Ausgangslage des Schülers zu verbessern, zu stabilisieren oder zu halten
  • Bildung und Entwicklung von Fähigkeiten und Fertigkeiten zur persönlichen Teilhabe an der Welt/Aneignung von Welt.


Wir sehen in den unterschiedlichen Erscheinungsformen von Körperbehinderung die Notwendigkeit und die Herausforderung für sonderpädagogisches und fachspezifisches Handeln.

Wir sehen das Kind ganzheitlich. Alle Angebote im Rahmen von Erziehung, Bildung, Therapie und Pflege geschehen immer in Bezugnahme auf die jeweilige Lebenssituation des Schülers. Die notwendige Vielfalt der Förderangebote muss durch teamorientiertes Arbeiten zu einem ganzheitlichen Bildungsangebot zusammengefasst werden.

Wir legen Wert darauf, dass umfassende Diagnostik Grundlage des unterrichtlichen, therapeutischen und erzieherischen Handelns darstellt. Die Möglichkeiten des Kindes sind Ausgangspunkt unserer Arbeit, individuelle Grenzen körperbehinderter Kinder werden respektiert und in das aktuelle Förderkonzept einbezogen.

Wir wissen, dass Abhängigkeit eine wesentliche Erschwernis auf dem Weg zu eigenständigem, eigenverantwortlichem Leben darstellt. Deshalb fördern wir im Rahmen der Schulgemeinschaft Formen selbstinitiierten Wollens und Handelns, um somit eine individuelle Handlungsfähigkeit und ein positives Selbstkonzept aufzubauen.

Wir versuchen, eingeschränkte Wahrnehmungs- und Erfahrungsmöglichkeiten unserer Schüler durch unterstützte und unterstützende Angebote auszugleichen.

Wir erachten das bewusste Einbeziehen des Körpers in die Lern- und Erziehungsarbeit als wirksame Methode zum Aufbau des eigenen "Ich".
Angebote wie Physio- und Ergotherapie, Psychomotorik, Hippotherapie und Schwimmen, Musik und Rhythmik sowie das Setzen bewegungsfördernder Anreize in Unterricht und Freizeit sind wesentliches Merkmal des Schulalltages.

Wir wenden uns Schülern, die eingeschränkt bzw. nicht sprech- oder sprachfähig sind, mit besonderer Intensität zu. Durch fachspezifische Förderung findet das Anbilden bzw. Ausbilden der Sprache oder das Einführen und Einüben nonverbaler Kommunikationsstrategien, zum Teil unterstützt durch elektronische Hilfsmittel, statt.

Wir unterscheiden uns von anderen Schularten dadurch, dass die Lerninhalte, Lehr- und Lernmethoden immer an den spezifischen Bedürfnissen und individuellen Voraussetzungen des körperbehinderten Schülers ausgerichtet sind.

Wir sind immer bereit, uns mit aktuellen Erkenntnissen der Forschung aus Pädagogik, Medizin und Psychologie auseinander zu setzen und gegebenenfalls in das Unterrichts- bzw. Fördergeschehen einzubeziehen.

Wir erleben und begleiten Kinder und Eltern in der schwierigen Auseinandersetzung mit Behinderung, Krankheit, Leid und Tod. Deshalb sind wir immer wieder gefordert, über Werden und Vergehen, über Wert und Unwert, über den Sinn des Lebens nachzudenken.

 

Rückblick

Die Anna-Bertha-Königsegg-Schule als Teileinrichtung des Heilpädagogischen Zentrums Pforzheim entwickelte sich aus dem Engagement des Caritasverbandes e.V. Pforzheim in der Förderung behinderter Vorschulkinder. Auf Bitten der Verwaltungsgremien der Stadt Pforzheim und des damaligen Landkreises Pforzheim übernahm der Caritasverband dann auch die Trägerschaft für den Aufbau und den Betrieb einer Schule für Körperbehinderte.

Die nachfolgenden Jahreszahlen stehen für wichtige Stationen auf diesem Weg:

  • 1971 Aufnahme des Schulbetriebes der Schule für Körperbehinderte in provisorischen Räumen im Stadtranderholungsheim Huchenfeld
  • 1974 Nach langwierigen Verhandlungen Genehmigung zum Bau einer Grundschule für Körperbehinderte
  • 1977 Als erste Schule in Baden-Württemberg dürfen wir auch schwerstmehrfachbehinderte Kinder in unsere Einrichtung aufnehmen
  • 1978 Einweihung des Neubaues für Schule und Frühförderung in unmittelbarer Nähe des Kindergartens für Behinderte und damit Schaffung des Heilpädagogischen Zentrums Pforzheim
  • 1983 Wechsel der Hauptschulabteilung an die überregionale Schule für Körperbehinderte Karlsbad-Langensteinbach nach deren Inbetriebnahme
  • 1992 Antrag auf Genehmigung einer Aufstockung des Schulgebäudes wegen Platzmangels infolge ständig steigender Schülerzahlen
  • 1995 Baubeginn der Aufstockung
  • 1997 Einweihung des Erweiterungsbaues: Umstellung des Schulbesuches der Schule für Körperbehinderte Pforzheim von 5 auf 6 Schulbesuchsjahre
  • 2005 Das jahrelange gemeinsame Bemühen von Schulgemeinschaft und Schulträger zur Errichtung der weiterführenden Schule unter der Trägerschaft des Caritasverbandes scheitert nach entsprechenden Beschlüssen der Gremien der Stadt Pforzheim und des Enzkreises endgültig.
  • 2008 Einrichtung einer ersten Außenklasse an der Grundschule Wimsheim
  • 2009 Die Schule erhält den Namen Anna-Bertha-Königsegg-Schule.
    Private Schule des Caritasverbandes e.V. Pforzheim mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung
  • 2010 Einrichtung einer Inklusionsklasse an der Grundschule Wimsheim
  • 2011 40jähriges Jubiläum unserer Schule
  • 2012 Einrichtung einer Außen- / Inklusionsklasse an der Johannes Kepler Grund- und Hauptschule Keltern, Standort Dietlingen


Die weiterführende Körperbehindertenschule wird an der Gustav-Heinemann-Schule eingerichtet.

Ausblick

Der Besuch unserer Schule stellt eine der möglichen Varianten in der Beschulung körperbehinderter Kinder dar.

Unsere Angebote sind offen für Kinder, die auf Grund ihres Lebensweges, ihrer ganz unterschiedlichen Voraussetzungen einen Anspruch auf eine ihnen gemäße Förderung - unabhängig vom Schweregrad ihrer Beeinträchtigung - haben. Die Eltern unserer Schüler wissen um die Besonderheiten und Bedürfnisse ihres Kindes und sie haben sich für unsere Schule entschieden. Die Chancen, die Eltern an dieser Einrichtung für ihr Kind sehen, das Vertrauen, das sie uns schenken, ist Anspruch und tägliche Herausforderung an uns.

Wir stellen uns auch weiterhin diesen Anforderungen und unsere Bemühungen sind darauf ausgerichtet, das Recht eines jeden Kindes auf eine ihm angemessene, bestmögliche Förderung zu verwirklichen.

Caritasverband Pforzheim

Blumenhof 6 
75175 Pforzheim

Telefon (07231) 128-0 
Telefax (07231) 128-110 
info (at) caritas-pforzheim.de 

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